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Biomarker

Analyse des Rezeptorrepertoires von T-Zellen und B-Zellen durch Einzelzell-RNA-Sequenzierung bei Patient*innen mit ME/CFS und Post-COVID-Syndrom

Förderzeitraum: September 2026–August 2028

Projektverantwortliche
Prof. Dr. Thomas HarrerDr. Katja Schmidt
Organisation
Universitätsklinikum Erlangen
Förderprogramm
Research Funding Programme 2026

Details

Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Autoimmunität bei ME/CFS und Post-COVID-Syndrom (PCS) eine wichtige Rolle spielt. Die Ähnlichkeit der Symptome lässt vermuten, dass beide Erkrankungen eine gemeinsame Pathophysiologie aufweisen. Der Nachweis funktioneller Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR) korrelierte bei PCS-Patient*innen mit Fatigue, doch ist bislang unklar, warum nur bestimmte Patient*innengruppen auf immunmodulatorische Therapien ansprachen. Daher werden zusätzliche Biomarker benötigt, um die Rolle der Autoimmunität bei ME/CFS und PCS zu klären und die Wirksamkeit immunmodulatorischer Behandlungen zu überwachen. Eine vielversprechende Strategie in diesem Zusammenhang ist die Analyse des B-Zell-Rezeptor-(BCR) und T-Zell-Rezeptor-(TCR) Repertoires von ME/CFS-und PCS-Patient*innen, um expandierte oder potenziell autoreaktive Klone zu identifizieren, die als Ziel für eine Therapie in Frage kommen. Im Gegensatz zur Bulk-Sequenzierung ist die Einzelzell-RNA-Sequenzierung (scRNA-seq) für den Nachweis klonal expandierter Immunzellrezeptoren (IRs) wesentlich sensitiver, da sie die Bestimmung des vollständigen BCR-und TCR-Repertoires im peripheren Blut ermöglicht und Informationen über den Differenzierungszustand sowie die metabolische Aktivität von Zellen mit unterschiedlichen BCRs und TCRs liefern kann. Die Projektverantwortlichen gehen davon aus, dass die scRNA-Seq-Analyse des Immunrezeptor-Repertoires ein sensitiver Biomarker zur Beurteilung der Pathogenese von ME/CFS und PCS sowie zur Überwachung des Ansprechens auf immunmodulatorische Behandlungen sein könnte. Im Rahmen des Projekts wollen die Forschenden klonal expandierte und potenziell autoreaktive BCRs und TCRs im peripheren Blut von ME/CFS-und PCS-Patient*innen identifizieren und die Epitope dieser Immunrezeptoren definieren. BCR-Epitop-Paare werden darüber hinaus in-vitro validiert, und klonal expandierte Immunrezeptoren werden zwischen ME/CFS-und PCS-Patient*innen sowie gesunden Kontrollpersonen verglichen. Zudem planen die Verantwortlichen, die Wirkung von Behandlungen wie BC007 und Kortikosteroiden auf das TCR-und BCR-Repertoire von ME/CFS-und PCS-Patient*innen hinsichtlich der potenziellen Eliminierung oder funktionellen Abschwächung expandierter und potenziell autoreaktiver Immunrezeptoren zu analysieren.

Weiterführende Ressourcen