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TherapieKrankheitsmechanismenBiomarker

MYOFLAME-19-Autoimmunität-Teilstudie: GPCR-Autoantikörper als mechanistische Biomarker für endotheliale Dysfunktion bei Post-COVID-ME/CFS

Förderzeitraum: September 2026–August 2028

Projektverantwortliche
Prof. Dr. Valentina PuntmannProf. Dr. Eike Nagel
Organisation
Goethe-Universität Frankfurt
Förderprogramm
Research Funding Programme 2026

Details

Das Projektteam stellt die Hypothese auf, dass der auslösende Faktor bei Post-COVID-ME/CFS eine Schädigung der Innenwände der Blutgefäße (Endothel) ist: Wenn sich das Virus an die Gefäßwände anheftet, stört es deren Schutzbarriere und legt dadurch Signalproteine auf der Gefäßoberfläche für das Immunsystem frei. Darüber hinaus wird vermutet, dass das Immunsystem im Zuge seiner Reaktion Antikörper bildet, die fälschlicherweise gegen diese Proteine gerichtet sind – und dass diese G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCR) Autoantikörper keine bloßen Begleiterscheinungen, sondern aktive Treiber kardiovaskulärer Schäden sind. Indem sie eine Verengung der Blutgefäße bewirken, die Vernarbung des Herzmuskels fördernund die Gefäßwände durchlässiger machen, verringern diese Autoantikörper das zirkulierende Blutvolumen und führen zu einer Versteifung des Herzens. Das Herz kompensiert dies durch eine erhöhte Schlagfrequenz; die Fähigkeit auf körperliche Belastung zu reagieren ist jedoch kritisch eingeschränkt – ein Muster, das einer Form der Herzinsuffizienz ähnelt, bei der der Muskel eher versteift als geschwächt ist.

In der MYOFLAME-19-Studie haben die Projektverantwortlichen zuvor untersucht, ob sich diese Kaskade durch zwei komplementäre Behandlungsansätze unterbrechen lässt: Losartan zur Entspannung der Blutgefäße und Verringerung der Vernarbung sowie niedrig dosiertes Prednisolon zur Beruhigung der Immunreaktion, die der Antikörperproduktion zugrunde liegt. Während die Hauptergebnisse der klinischen Studie noch ausgewertet werden, soll das neue Projekt erstmals im Rahmen einer kontrollierten klinischen Studie untersuchen, ob die Behandlung den Spiegel von GPCR-Autoantikörpern senken konnte und ob eine solche Verringerung die bei den behandelten Patient*innen beobachteten Verbesserungen der Symptome und der Herzfunktion erklären kann. Unter Verwendung bereits vorliegender Blutproben aller MYOFLAME-19-Proband*innen soll dieses Projekt – als Teilstudie von MYOFLAME-19 – einen direkten Nachweis für einen Zusammenhang zwischen der gezielten Behandlung und einer Reduktion der Autoantikörper liefern, was einen bedeutenden Fortschritt für das Verständnis und die Behandlung der immunologischen Ursachen von ME/CFS mit Herzbeteiligung bedeuten würde.

Weiterführende Ressourcen